Montag, 17. September 2007

Ende! Aus! - Jetzt hat`s geknallt

"Ich mach dann mal Kaffee", verkünde ich Martin und Joana (Die wirklich nach Nürnberg gekommen ist um einen Sprachkurs zu machen!), mit denen ich gestern gemütlich in der Küche sitze. Ich hole die echt italienische Espressokanne vom Küchenregal, demontiere Ober- von Unterteil, unten kommt Wasser rein, den Alufilter befülle ich mithilfe der äußerst praktischen, aus Rom importierten "Dosa Cafè" (Eine Kaffeedose mit automatischen Portionierer) mit duftenden Esspresso und stelle die wieder zusammengebastelte Konstruktion auf den Herd. Tausendmal gemacht. Nie was passiert. Doch jetzt: Ein mords Schlag! Bis zur gegenüberliegenden Wand ist die weiße Küchenwand Kaffeesatz-gesprenkelt. Eine riesen Sauerei. Martin und Joana sind nach dem Kaffee-Knall einen Augenblick lang in eine Schockstarre verfallen, dann lautes Gelächter. Die Espressokanne hat ihr Dasein als Nutzgegenstand satt gehabt!
Während wir mit Wischlappen die Wände schrubben, denke ich an Italien. An meine römische WG, an die tausenden Espressokannen, die ich in dem halben Jahr befüllt, auf den Herd gestellt und leergetrunken habe. Und dann: Der Blog! Ein Schlusswort fehlt schon lange, bin ja schon seit knapp einem Monat wieder zuhause. Trotzdem muss ich noch immer ankommen. Und darüber nachdenken, was aus diesem Blog wird... Vedremo. Erstmal Kaffee kochen.

Dienstag, 21. August 2007

Foto-Nachtrag 1

Monte Fanna und Bergwandern in der Toskana
08 Erste Hospitalityclub Erfahrung

Dienstag, 7. August 2007

Spontan-Trip in die Berge

Ahhh!!! Die Tage in unsrer Gast-WG waren einfach unbeschreiblich. Samstagmorgen wollten wir ja eigentlich schon weiter nach Siena, als Gabba uns fragt, ob wir nicht spontan Lust haetten mit zum Corno delle Scale zu kommen, einem der hoechsten BErge der Toskana. Wir sagen spontan zu und verbringen die genialsten beiden Tage, die ihr euch vorstellen koennt! Auf 1000 Metern schlafen wir zu acht in einem verlassenen Bauernhof, sau gruselig irgendwie. Am naechsten Tag dann ne sieben-Stunden-Wanderung hoch bis auf 1800 Meter zu einem kleinen Bergsee. Wahnsinns Ausblicke. Wahnsinnsstimmung. Lucca hat hinten im Wanderrucksack Lautsprecher und MP3-Player reingestopft. Wir breiten die Arme aus und rennen oberhalb der Baumgrenze zu italienischen Mitschmetterschnulzen die Huegel runter. Stopfen Himbeeren und Blaubeeren, die ueberall wachsen in uns rein. Verlaufen uns in der Daemmerung und kommen erst gegen 2 Uhr morgens total erschoepft wieder in Fiesole an. Che bellissima!!!!

Freitag, 3. August 2007

Haus-WG am Land


"Hey, wir sind zwei deutsche Maedels, die durch die Tosanka reisen und wir suchen ab Donnerstag fuer ein paar Naechte eine Unterkunft in der Naehe von Florenz. Waere cool, wenn du uns helfen koenntest! Ciao, Anna und Rosalin" Eine Mail an Gabba, den wir ueber Hospitalityclub.org gefunden haben, hat schon gereicht, die wohl coolste Bleibe in der ganzen Toskana zu finden: Das uralte Bauernhaus, was von fuenf Jungs und einem Maedel - alle Ende zwanzig, Anfang dreissig - bewohnt wird, liegt am Rande von Fiesole, ca. 10 km von Florenz entfernt. Nachbarn gibt es keine, nur einen weiten huegeligen Garten. Ohne Zaun versteht sich. Der wuerde auch das hippimaessige Idyll zerstoeren, waere viel zu buergerlich fuer die kleine Gemeinschaft, die sich entschlossen hat, hier zusammenzuleben. gabba, Francesco, Alessandro und die anderen sind groesstenteils Chirurgen oder Allgemeinarzte in Fiesole ("Aber unsere Patienten wissen natuerlich nicht, wie wir hier leben, da wuerde uns ja keiner mehr ernst nehmen", verraet Gabba als er uns von unserem Treffpunkt in Florenz hoch zum WG-Haus faehrt.) Einer der Hausbewohner ist aber auch Gemuesehaendler und Kunstglaser ("Ich bringe grad zwei Chinesen bei, wie man Kirchenfenster aus Buntglas macht...") zugleich. Im Wohnzimmer im Erdgeschoss steht ein Schlagzeug, im Garten mehrere Mirkostaender rum. Ein Kicker unter einer Efeu bewachsenen Laube. Gemuesebeete, Mitebwohner Marco trocknet vor der Haustuer Tomaten. Die Zimmerdecken sind so hoch, dass in fast jeden Raum Zwischendecken gezogen wurden. Auf Holzleitern klettern wir auf die Bett-Ebenen. Bin ueberwaeltigt von der Gastfreundschaft. Jedes Eck im Haus steht uns offen. Wir koennen die Fahrraeder der Hausbewohner benutzen, bekommen frueh Kaffee gekocht, werden gleich am ersten Abend von Gabba mit zu einem Abendessen von Freunden geschleppt. Fuer die erste Hospitalityclub-Erfahrung super! So zu reisen ist echt einfach unglaublich cool! Sicher nicht so relaxed wie das Zelten mit Christiane und Florie in San Vincenzo, Volterra und San Gimignano. Aber das kann man echt schlecht vergleichen, ist einfach eine ganz andre Art Urlaub zu machen. Haben hauptsaechlich am Strand gelegen, Wer-bin-ich? gespielt und uns nachts Gruselgeschichten erzaehlt, bisschen wandern und Sightseeing. Abends auf dem Gaskocher riesige Mengen Pasta gekocht, dass wir uns kaum mehr bewegen konnten - Christl, Florie: War echt toll mit euch Urlaub zu machen!

Freitag, 27. Juli 2007

Letzte Tage in Rom


Will gar nicht dran denken. In ein paar Tagen werde ich hier abhauen müssen. Mein Zimmer für den nächsten räumen, mein Erasmussemester entgültig in den großen Wanderrucksack packen. Christl, Rosalin und Florie sind hergekommen um gemeinsam mit mir Rom zu verabschieden. Ein letztes Mal laufen wir die Plätze dieser großartigen Stadt ab, immer mit dabei: Die Kamera. Deswegen halte ich jetzt auch sofort die Klappe und lass die ersten Bilder sprechen.

Freitag, 20. Juli 2007

Wir stinken! Sizilien Teil 2



Wir schmieren uns dick mit dem schwefeligen Heilschlamm ein, dann setzen wir uns auf den gelbbraunen Hügel vor Erdlöcher, aus denen heiße Luft kommt. Das heilt, glaubt man der Instruktion am Eingang des Schlammbads von Vulcano, gegen ziemlich jedes Knochen-, Haut- und sonstiges Leiden. Dass der faule-Eier-Gestank erst nach vier Wochen wieder weggeht hingegen, steht dort nicht geschrieben, das erklärt uns eine der alten Damen, die neben uns im blubbernden Becken hocken, erst als es schon viel zu spät ist.

Wir sind auf den Äolischen Inseln gelandet. Wohl einer der schönsten Flecken Siziliens, wenn nicht gar ganz Italiens. Vom Kraterrand, den wir mit Birkenstockschlappen und Flipflops erklimmen - bestaunt oder bekopfschüttelt derjenigen, die schwere Wanderstiefel mit nach oben schleppen - haben wir einen atemberaubenden Blick auf die ganze Inselgruppe!

Nachdem wir Tiago bereits in Palermo verabschiedet hatten, ist heute Joao dran. Joana und ich machen uns nach dem Schlammbad alleine mit der Fähre auf Richtung Lipari. Diesmal wollen wir nicht allein am Strand schlafen, wo die Jungs nicht mehr dabei sind, und verhandeln an der Campingplatz-Rezeption mit der durchaus verdutzten Angestellten über einen Rabatt: Wir haben kein Zelt, wollen lediglich unsren Sonnenschirm in den harten Inselboden rammen. Keine Chance, wir müssen voll zahlen. Dafür sind wir mit unsrem Schirmchen für diesen Abend die Attraktion des Platzes.


Als Joana und ich uns gestern Abend am Hafen von Lipari schließlich entgültig verabschieden - ich zurück nach Rom, sie nach Apulien und dann nachhause nach Lissabon-, spüre ich zum ersten Mal bewusst, dass es jetzt bald vorbei ist.
Keine Aperitivo-Abende im Freni e Frizioni mehr, keine Mittagspizza am Petersplatz und keinen Nachtwein am Piazza Santa Maria in Trastevere. Wir heulen beide schrecklich während wir uns in den Armen liegen, dann rennen wir zu unseren verschiedenen Schiffen. "Ci vediamo presto!" - "Wir sehen uns bald", rufen wir uns noch hinzu - Ich hoffe es so.

Mehr Sizilienfotos gibts hier

Dienstag, 17. Juli 2007

Abenteuer in Sizilien


Sonntag, 15.7.07

Um neun werden Joana und ich vom Aufraeumer des Zuges aufgeweckt: Wir liegen noch immer in unserem Abteil, die Vorhaenge fest zugezogen, die sechs Sitze zu einer grossen Liegeflaeche zusammengeschoben. Die 13 Stunden Zugfahrt haben wir durchgeschlafen. So fest, dass wir unseren eigentlichen Zielbahnhof, Cefalu, wo wir schon um sieben haltgemacht haben, total verpennt haben und nicht mal an der Endstation bemerkt haben, dass der Zug mittlerweile komplett leer ist.

Mit dem Regionalzug also wieder zurueck Richtung Cefalu. Wir besteigen den Rocca, einen riesigen Felsen, der das Staedchen uebberragt. Mit Joao und Tiago, die uns hier mit dem Auto abholen gehts die naechsten Tage weiter entlang der Nordkueste Siziliens. Wir schlafen am Strand von San Vito Lo Capo, putzen die Zaehne am Bahnhofsklo und fruehstuecken vor dem Supermarkt auf dem Gehsteig. Gestern waren wir dann den ganzen Tag in den wahnsinns tuerkisblauen Buchten des Riserva Naturale dello Zingaro am Tyrrhenischen Meer. Feurquallenbiss inklusive. Abends in Palermo kommen wir zu dritt in einem Minizimmer eines mehr Stundenhotels als alles andere unter. Ich schlafe neben dem Untenrumspuelbecken auf der Isomatte am Boden, Joana und Joao quetschen sich zu zweit ins franzoesische Bett. Kostenpunkt dafuer nur 13 Euro pro Person. Hab noch so viel zu erzaehlen, z.B. von unsrem strangen Abendessen in Termini Immarese, aber das mach ich in Ruhe von zuhause aus. Sind eigentlich grad mur ins Internet um uns eine Unterkunft fuer heute Nacht zu organisieren!

Montag, 9. Juli 2007

Streichel den Buckel!

"Das bringt Glück!", meint Glauco. Immer wenn er einen Alten mit Buckel sähe, würde er ihn anrempeln, nur um die Wölbung zu berühren. Dass er wirklich an die Zauberkraft des Auswuchses glaubt, beweist der silberne Anhänger in Form eines buckligen Alten, der an seinem Schlüsselbund klappert. Seit er das erzählt hat, ist mir leider noch kein Buckeliger über den Weg gelaufen, ich halte aber schon stark danach Ausschau, damit auch ich ein Stück buckeliges Glück aus Rom mit nachhause nehmen kann :-)

Dienstag, 3. Juli 2007

Sprachspaß

Sitzen bei unserer Cousine Susi und ihrem Mann Giuseppe, die hier in Rom leben, beim Abendessen. Plötzlich fragt ihr achtjähriger Sohn auf Deutsch: „Ingo, sag mal, wie alt bist du eigentlich?“ – „37“, antwortet er. Der Kleine ist sprachlos. „Papà, Ingo ha settantatre anni!?“, ruft er nach einigen Sekunden ungläubig auf Italienisch. Also: „Ingo ist schon 73!?“. Der Fehler: Wie im Englischen kommen hier erst die zehner Zahlen, dann die erst die Einer.

Besucherwelle

Die letzte große Besucherwelle ist angerollt: Übers Wochenende waren Geschwister Nummer vier, also Vroni samt Freundin Kerstin bei mir. Franzi und Ingo sind zur selben Zeit in Rom gelandet, haben aber im B&B gewohnt. Samstagabend ist noch Regina aus Florenz zu mir in die WG gekommen...War also sehr kuschelig zu viert in meinem 10m² Zimmer und ziemlich spaßig zu sechst beim Sehenswürdigkeiten kucken.

Hier sind die Fotos:
06 Besuch Vroni, Franzi, Regina

Montag, 25. Juni 2007

Franzi und Tina in Rom +++ WG-Party


Oh Mann! Da sitze ich bei wunderschönstem römischen Wetter drinnen in der Wohnung, weil ich die blöde Hausarbeit fertig schreiben muss. Hab mich quasi selbst an den Schreibtisch gekettet, damit ich das in den nächsten zwei Wochen über die Bühne bringe, damit ich danach viiiel Zeit für die römischen Freuden habe und meinen letzten Monat in der ewigen Stadt noch süß auskosten kann.
Jetzt gönne ich mir aber echt mal eine Pause und stelle mit wochenlanger Verspätung die Bilder von unserer WG-Party und Franzis und Tinas Besuch in mein Webalbum.

Mit Franzi war dann Geschwister Nr. 3 hier zu Besuch, Nummer 4, also Vroni, macht das ganze ab Mittwoch komplett. Franzi hatte den exklusiven Reiseführers vom Kotschi, ihrem ehemaligen Lateinlehrer dabei: Ein zerfleddertes Heftchen mit vielen Geheimtipps drin und mit dem wir tatsächlich diverse Erlebnisse hatten. Zunächst führte es uns auf den Campo dei Fiori, wo wir am Eck in der Bar Biscione einen Kaffee trinken sollten - Sinn und Zweck der Sache: Dem Besitzer Bruno schöne Grüße vom Autor ausrichten. Nach dem wir das brav erledigt hatten, durfte ich in die Uni und die beiden Mädels sind allein weiter gezogen.
Ein ganz besonderer Geheimtipp versprach die Kirche San Francesco a Ripa zu sein: Hier lagern die Reliquien des Franz von Assisi. Allerdings ist das Kämmerchen mit dem Heiligtum drin nicht öffentlich zugänglich, man muss erstmal den Menschen aus der Sakristei bezirzen und mit kleinen Spenden bestechen. Mehrere versperrte Gittertüren und eine steile Treppe in den ersten Stock der Kirche passierten wir, bis wir bei Franz` Überresten angekommen waren. Der Raum war düster, es gab keine Fenster und nur eine spärliche Beleuchtung. Ein riesiger, protziger Altar war darin, mit tausend kleinen Schubladen. Nur die Reliquien konnte irgendwie keiner von uns erkennen: Versteckt auf der rechten Seite des Raums war ein kleiner Vorsprung mit einem unauffälligen Stein darauf. Hier hatte Franz sein Haupt darauf
gelegt oder war darauf gestorben, genau habe ich die Erklärung des Messners leider nicht verstanden. Naja, am Besten gefallen an diesem Kirchenbesuch hat mir der hübsche Mönch mit dem Motorradhelm. Ein genialer Geheimtipp war dafür die Taverna Augusto an der Piazza de` Renzi in Trastevere. Sehr italienisch! Innen drin eher chaotisches Garagenflair mit offener Küche, draußen auf der Straße sind klapprige Tische mehr oder weniger aufgereiht. Wenn die Bedienung kommt, klemmt sie an zwei Ecken eine Papiertischdecke fest und erzählt, was es so zu essen gibt. Eine richtige Karte gibt`s nicht. Ab neun stehen die Leute schon Schlange, dementsprechend schnell muss man speisen, was allerdings durchaus üblich in Rom ist: „Sind Sie fertig? Wollen Sie noch einen Nachtisch? Nein? Dann bringe ich Ihnen die Rechnung! Arrivederci!“ Die Bedienung kritzelt die Rechnung auf die Tischdecke und die nächsten Gäste sitzen quasi schon mit am Tisch. Zwischendrin kommen Zigeunerbands mit Kontrabass und Geige um für die richtige Stimmung zu sorgen.
Nach unsrer WG-Party am Samstag musste Franzi übrigens feststellen, dass sie doch nicht mehr ganz so viel verträgt: „Mir ist soo schlecht!“, jammert sie als wir Sonntagmorgen über den Porta Portese schlendern. :o)

P.s.: An alle zukünftigen Besucher: Passt auf eure Sachen auf! Nachdem Papa seine Aquarellfarben aus dem Rucksack geklaut worden sind, war bei Franzi der Perso und ihr Geld dran.

Sonntag, 24. Juni 2007

Zur korrekten Benutzung eines Bidets

In der ersten Klasse meiner Schulkarriere taugte mir unser heimisches Bidet nur zu Einem: Nach dem verhassten Aufstehen setzte ich mich aufs Klo, steckte beide Füße in den Keramikschlund und ließ heißes Wasser einlaufen. Danach hab´ ich mit dem Kopf auf den Knien noch ein halbes Stündchen weitergeschlafen – che bello! Wozu dieses Nicht-Klo-Nicht-Waschbecken-Ding eigentlich gut sein sollte, war mir seit jeher ein Rätsel. Zwar hockte unsre Mama hin und wieder mit herabgelassenen Hosen darauf, was genau sie da immer tat, habe ich aber nie hinterfragt.

Hier in Rom werde ich nun wieder von diesen Kindheitserinnerungen eingeholt, schließlich ist Italien eine rechte Hochburg an Bidets. Gestern Abend am Strand, während der Mond hinter ein paar Dunstwolken hervorspitzt und das Ufer in ein nebeliges Licht taucht, während an jeder Ecke kleine Lagerfeuer flackern und auf diversen Decken und Handtüchern verstreut kleine Grüppchen die Nacht begrüßen, in dieser romantischen Stimmung also muntere ich die anderen auf, die heikle Bidet-Frage zu klären. „Ganz einfach“, meint Römer Glauco, „im Bidet wäscht man sich unten rum.“ – „Schon klar“, sage ich, „aber ich kann doch genauso gut eine Dusche nehmen, dann bin ich rundum sauber und nicht nur unten.“ Jetzt lässt auch Mauro von den Mädels ab und klinkt sich ins Gespräch ein: „Aber duscht ihr in Deutschland jedes Mal, wenn ihr am Klo ward!?“ Aha! Das ist es also: Man wäscht sich nach diversen Geschäften. „Bei uns reicht da normalerweise auch Klopapier“, gebe ich zu bedenken. „Siete scifi!“, „Ihr seid ja eklig!“, rufen da die beiden Jungs unisono.

Für alle Deteilverliebten hier die Definition aus dem Lexikon: Bi|det [bide; fr.] das; -s, -s: längliches Becken für Scheidenspülungen, für die Reinigung im körperlichen Intimbereich.

Montag, 18. Juni 2007

Bere o pregare // Beten oder Saufen


Dopo il film “L’Auberge Espagnole – Barcelona per un anno” di Cédric Klapish, Erasmus significa innanzitutto una cosa: un semestre allegro, durante il quale si festeggia tanto. Spesso l’Università viene soltanto al secondo posto. Anche Siri di Passau nella Germania e Joana di Lisbona nel Portogallo sono d’accordo, quando fanno una passeggiata verso le cinque, quando Roma è appena sveglia. Hanno con sè una bottiglia di vino rosso, sono ancora sudati e vengono da una notte passata a ballare.

Intanto Magdalena di Polonia normalmente si sveglia a quest’ora. Alcool, festeggiare tutta la notte e baciarsi con i ragazzi di Roma non se ne parla nemmeno per la studentessa di pedagogia di 26 anni. Porta un ampio saio bruno, tenuto unito da una cordicella bianca. I tre nodi le ricordano il voto che ha fatto a 20 anni:
"Castità, obbedienza e poverta“. Magdalena è suora in un convento delle Capuccine.

Magdalena fa gli stessi corsi di Siri e Joana. Ma quando la banda d’Erasmus, ogni martedì dopo il corso d’Italiano, va alla notte dei cocktail nella “Cuccagna”, lei ritorna al convento. “Nei tempi passati anch’io ho festeggiato, sono andata a ballare e avevo persino un ragazzo. Ma sentivo che non ero felice”, dice. Dalle dieci e trenta, quando i cocktail per gli Erasmus costano soltanto 3,50 €, comincia per Magdalena la compieta: non si parla più, questo tempo appartiene solo a dio. “La gente della mia età non capisce che ho scelto la mia strada volentieri e senza nessuna forza.”

Magdalena non doveva cercare una camera, a differenza degli altri studenti Erasmus. Lei vive nel suo convento – i Cappuccini hanno sedi in quasi tutto il mondo e quindi anche a Roma -. La sua camera invece non è cosi diversa da quella degli altri Erasmus. Intorno all’immagine di Gesù, sono attaccati foto della sua famiglia, degli amici e degli orfani che vivono insieme alle suore a Lublino.

Vive la sua esperienza d’Erasmus soprattutto a contatto con le suore, i preti e i frati Capuccini qui a Roma. Ma anche tra gli studenti Erasmus ha degli amici: poco tempo fa hanno preso anche un café insieme: un prete e Magdalena con le sue vesti da suora e Eileen della Germania in jeans e t-shirt.

A Magdalena l'idea di fare l’Erasmus è stata suggerita da una amica della cattolica Università a casa a Lublino: “Ha trascorso Erasmus nella Germania e mi ha totalmente infettato con il “virus” d’Erasmus”, ammette ridendo. La badessa finalmente era d’accordo con il desiderio straordinario della giovane suora, senza temere per Magdalena un leggero semestre delle feste come si vede in “L'Auberge Espagnole”: “Gli Italiani sono bravissimi nel campo delle scienze della educazione. Qui posso imparare tanto per la mia professione futura”, dice Magdalena.

Alla fine non è troppo importante se si è seriamente motivati a studiare all’università o si rallenta per un semestre: “Più della propria esperienza scientifica si tratta di franchezza e tolleranza. In una atmosfera disinvolta, Erasmus fa incontrare la gente. Il programma supporta il dialogo interculturale. Inspira i giovani a pensare “europeo” e non solo negli studi ma anche nella vita del lavoro insegna ad essere mobile”, si può leggere sulla pagina della commissione europea.

Siri e Joana non hanno studiato tanto per l’università in questo semestre, per quanto riguarda la loro vita invece hanno portato un sacco di cose: “È meraviglioso trovare subito amici in tutto il mondo! Adesso, per esempio, posso capire molto meglio la cultura e la mentalità degli Italiani, dei Tedeschi o dei Francesi”, parla Siri con entusiasmo. Se ognuno avesse un amico all’estero esisterebbero meno difficoltà tra le nazioni, di questa cosa Joana è sicura.

Freitag, 15. Juni 2007

Lago di Garda 2007


Das erste Mal seit Jahren war ich wieder mit der Familiy am Gardasee. Und wie hätte es anders sein sollen: Es regnet! Hab mich also bemüht, nur die raren Sonnenbilder zusammenzupacken :-) Übrigens war das diesmal auch das erste Mal, an dem ich der italienischen Sprache mächtig war. Beim morgendlichen Brötchenholen am Campingplatz-Kiosk hab ich also gleichmal euphorisch die La Repubblica,
eine italienische Tageszeitung, mitbestellt: "Abbiamo solamente i giornali tedeschi", "Wir haben nur deutsche Tageszeitungen", meint die Verkäuferin da.

Hier gibts die Fotos!

Dienstag, 12. Juni 2007

Für Hannes: Geburtstagsbilder aus Rom


Erstmal: Vielen lieben Dank für eure Anrufe, E-Mails, SMS und StudiVZ-Nachrichten, hab mich riesig darüber gefreut!

Zweitmal: Hey Hanni! Dieser Eintrag ist für dich, alles Liebe nochmal zum Geburtstag! Hoffe du hast gestern genauso schön gefeiert wie ich hier in Rom. Habe für meine römischen Freunde "Weiß-Braun-Grün"-gekocht, wie die Igel-Oma früher immer: Kartoffelbrei, Fleischküchle und Spinat... War echt cool, auch wenns natürlich schöner gewesen wäre mit dir zusammen unseren Geburtstag zu feiern - facciamo il prossimo anno!

Hier gibt's mehr Fotos von der Feier...

Samstag, 9. Juni 2007

"Der ist ja wirklich schief!" - Auswärtsspiel in Pisa



„Ich habe ein eigenes Büro!“, ruft Erasmus von Rotterdam begeistert. Ein Student der Uni Pisa hatte ihm auf seine Vorstellung „Ciao, ich bin Erasmus“ den Weg dorthin gewiesen.

Milo, der eigentlich Maximilian heißt und die Rolle des Erasmus mit herrlich österreichischem Akzent gibt, ist nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Autor des Erasmus-Stückes, das die Erasmus-Studis aus Pisa am Donnerstag beim dortigen„Erasmus-Day“ aufgeführt haben. Das Stück, in dem Erasmus von Rotterdam und Sokrates auf die Erde zurückkehren um nachzusehen was aus ihrem geistigen Erbe geworden ist, ist eine Parodie auf und eine ganz persönliche Liebeserklärung an die Erasmuszeit in Pisa, wir „Römer“ müssen uns deshalb viele der Insider nachher erklären lassen.

Joana und ich hatten die Aufführung als Gelegenheit für einen Pisa-Trip genutzt. Ich war ja eh noch mit der Rückreise aus Deutschland beschäftigt: Nach acht Tagen daheim und vieren am Gardasee bin ich Donnerstagmorgen mit dem Zug in Desenzano losgefahren und über Mailand und Genua abends schließlich in Pisa angekommen. Die Premiere sollte an diesem Abend ganz besonders gefeiert werden: „Jetzt geht’s mit dem Party-Train nach Florenz!“, rufen Milo und die anderen Pisaner begeistert. Von Pisa selbst hatten wir bisher eigentlich nur den Bahnhof gesehen, zu dem es nach einem Abstecher zu Mauros (Portugiese) WG, wo wir unser Gepäck deponierten, auch sofort wieder zurückging. Keine Nachtleben-Studien also in Pisa - Leider! Trotzdem haben wir uns auf den ersten kurzen Fußmärsche schon einen Eindruck von Pisa verschafft: Hier ist es tausendmal ruhiger als in Rom! Mit seinen knapp 90.000 Einwohnern ist Pisa einfach eine schnuckelige Kleinstadt. Der Corso Italia, auf dem wir zum Bahnhof laufen, ist eine schattige Fußgängerzone, nicht zu vergleichen mit der lärmenden Via del Corso in Rom. Während wir das holprige Pflaster entlanggehen kann ich mich einer kurzen Kleinstadt-Sehnsucht nicht erwehren: Hier fahren alle Fahrrad, zur Uni kann man laufen, zu den Freunden ist es zu Fuß auch nur ein Katzensprung. Niemand ist auf Nachtbusse und stundenlange Wartezeiten angewiesen. „Dafür wird’s dir hier spätestens nach einem halben Jahr total langweilig!“, meint Mauro. „Immer dieselben Kneipen, dieselben Leute, irgendwann möchtest du einfach mal was anderes sehen.“

Der „Party-Train“ scheint für viele also eine willkommene Abwechslung. Um halb zehn steigen rund 60 Erasmus-Studis aus Pisa allesamt ohne Biglietto in den Zug nach Florenz und belagern zwei Großraumabteile. Nach gut eineinhalb Stunden stehen wir in Florenz vorm „Central-Park“ – einer Outdoor-Disko im Parkcafé-Format. Also gar nicht mein Ding eigentlich! Egal, ich kippe mir den letzten Schluck Limoncello aus dem Pappbecher in den Rachen und fühle mich gut vorbereitet. Die Musik ist unsäglich, würde das mal irgendwo zwischen einer Pseudo-Nobel-Disse am Ballermann oder Ibiza ansiedeln. Trotz Brechreiz-Ambitionen bezüglich dem was da aus den Boxen dröhnt, kann ich mich der wogenden Erasmus-Masse nicht entziehen: Ich werde mitgezogen, mitgetragen, mein verkrüppeltes Rhythmus-Gefühl fällt kaum einem mehr auf.

Gegen fünf wollen die Spanier rumknutschen. Dafür haben sie sich ein simples Spiel ausgedacht: Sie fischen die Eiswürfel aus ihren Drink, stecken sie sich in den Mund und reichen sie oral von einem zum nächsten. Hallo Herpes!!!
Gegen sechs will ich nur noch in mein Bett, vor uns liegt aber noch die Rückreise nach Pisa. Diesmal kaufen Joana und ich ein Ticket, Mauro und rund zehn andere, die erneut darauf verzichtet haben, werden prompt kontrolliert. Der genervte Schaffner hat verständlicherweise keine Lust auf Diskussionen mit den uneinsichtigen Alkohol-Leichen (allesamt Jurastudenten übrigens) und lässt sie kaum in Pisa angekommen einfach von den Carabinieri abholen.

Gegen halb acht sitzen Joana und ich also vor der Polizei-Inspektion Pisa und warten darauf, dass die Hintertür Mauro wieder ausspuckt, schließlich hat der die Schlüssel zur Wohnung. Als wir gegen halb neun endlich in Mauros WG ankommen, bin ich wieder hellwach, ich nehme nur schnell eine kalte Dusche (Es gibt aus unerfindlichen Gründen grad keinen Strom in dieser Wohnung!) und starte dann mit einem ersten Pisa-Spaziergang. Immer mehr begeistere ich mich für diese Stadt, während die Geschäfte langsam aufmachen, ich um die Ecke in eine enge Gasse mit einem kleinen Markt drin biege, male ich mir aus, wie es wäre hier zu leben: Ein schöner Tagtraum! Auf der Piazza Martiri della Libertà überfällt mich schließlich doch die Müdikeit: Auf einer Parkbank schlafe ich einfach ein.

Mehr Fotos hier!
06 Pisa

Heimspiel - Vespa, Hochzeit und Berg


Incredibile!! Was Ferdi und Otto in meiner Abwesenheit mit der alten Vespa angestellt haben, ist schlicht unglaublich, der Wahnsinn, zum indenHimmelspringen! Ich weiß echt nicht, wie ich euch beiden danken kann! Jetzt ist endlich mal ein Name fällig: Seit fast sieben Jahren leistet die Gute namenlos treue Dienste, ich bin echt eine Raben-Besitzerin. Wenn ich im September entgültig zurückkomme, ist also dringend eine Taufe fällig. Bis dahin habt ihr die einmalige Chance hier eure Namensvorschläge abzugeben. Eine demokratisch gewählte Jury wird dann über den Taufnamen entscheiden :-)

Richte jetzt hier am rechten Rand noch eine neue Rubrik für die Heimatbilder von Julias Junggesellenabschied, der Hochzeit und dem Berg ein, viel Spaß beim Kucken!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Fesche Jungs an Gott verloren

Unglaublich, wie viele attraktive Priester in Rom rumlaufen! Ich dachte immer schwule Jungs sind die hübschesten, um die es wirklich schade ist, dass sie für die Frauenwelt verloren sind. Aber dass frau nun auch der Priesterriege hinterher weinen muss è veramente un pecato! Wenn sie sich in der Mittagssonne in ihren schwarzen Anzügen und dunklen Sonnenbrillen in den Staßencafés räkeln oder in den spiegelnden Schaufenstern den weißen Kollar zurecht rücken, ist das die reinste Augenweide. Das hat fast schon was Man in Black oder Mafia mäßiges.

Zum Shoppen nach Rom gepilgert
Manchmal habe ich auch das Gefühl, die Priester, die aus aller Welt nach Rom pilgern, sind insgeheim mehr aufs Shopping als auf den Papstbesuch aus: Schließlich gibt’s hier an jeder Ecke Priestermoden-Geschäfte. Claudia hat neulich eine Gruppe amerikanischer Priester mit großen Einkaufstaschen beobachtet: „Die standen da, als ob sie Armani-Models wären!“ Yvonne ist ganz angetan von Herrn Gänswein, Privatsekretär von unserem Papa Ratzinger: „Ein reifer Mann, aber unglaublich gut aussehend!“, findet sie.

Nonnen, emanzipiert euch!
Während so die Damen für manch einen der männliche Gottesdiener schwärmen, verschwinden die weiblichen Exemplare der Kirche im Unscheinbaren: Schwester Magdalena, die mit mir an der LUMSA Erasmus macht, kann von einem feschen Outfit nur träumen: Die Nonnen des Kapuziner-Klosters laufen immer in der gleichen Sackähnlichen Ordenstracht herum. Im Sommer tauschen viele Nonnen in der Hitze Roms lediglich das schwarze gegen ein weißes Gewand. Getreu ihres Gelübdes der Armut, Keuschheit und des Gehorsam scheinen sie sich damit abgefunden zu haben, während die Klamottenfrage unter Priestern, Predigern und Mönchen tatsächlich ein delikateres Problem zu sein scheint. Sehr nett, wie darüber auf www.kathnews.com diskutiert wird: User und Prediger „Tetzel“ schreibt an „Guilain“ (der behauptet hat, dass „historisch gesehen Kleriker-, Ordens- und liturgische Kleidung stehen gebliebene Mode“ seien): „Nein Zeitlos. Das Priestergewand wurde auch durch die Zeiten geändert. Und was ist bitte bei einem schwarzen Hemd mit Collar unmodisch??? Die Kirche war halt schon immer ihrer Zeit voraus!!! Du wirst Dir wahrscheinlich jede Saison neue Klamotten kaufen und sie paar Tage später wieder wegschmeißen!!!??? Was heute modern, ist morgen schon wieder out!! Oder trägst Du Deine Plateauschuhe noch!!???“

Die ausführliche Diskussion gibt’s unter http://www.kathnews.com/wbboard/thread.php?postid=134024

Big Brother is watching you...

Nummer zwei der Geschwister-Riege war Anfang Mai in Rom, jetzt gibt's hier endlich die Fotos von unseren Touren. Glauco hat Ferdl auch gleich einen neuen Namen verpasst: Nachdem er Hannes schon in Jonny umgetauft hat, hat Ferdi den Spitznamen Nando verpasst bekommen..

Mit Nando also habe ichs endlich geschafft, mal das Katzenasyl beim Torre Argentino zu besichtigen: Knapp 300 heimatlose "gatti" leben in den Ruinen des ehemaligen Theater des Pompeijus und halten ihr Mittagsschläfchen oft an genau der Stelle, wo Caesar vermutlich ermordet wurde. Demnächst gibt's da mehr drüber...

Ferdi in Rom

Dienstag, 22. Mai 2007

Ein Bild und seine Geschichte - Una foto e la sua storia:



Jetzt seid ihr dran! Hab auf unserem Neapel-Trip vor zwei Wochen folgendes entdeckt: In einer Gasse steht ein Wäscheständer mit total verdreckter Wäsche. Wer hängt denn dreckige Wäsche zum Trocknen auf? Oder waren die Klamotten frisch gewaschen und wurden nur im Straßenstaub vergessen? Ist der Wäscheständerbesitzer womöglich schon vor Monaten verstorben? Was ist hier passiert!? Freu mich über kreative Vorschläge!

P.s.: Mehr Fotos von unsrer Reise gibts hier:
http://picasaweb.google.de/schlora/Neapel



Tocca a voi! Due settimane fa, durante il nostro viaggio a Napoli, ho visto qualcosa di veramente strano: In un vicolo ho trovato uno stendino e – sorpresa – tutti panni erano pieni di polvere. Chi li ha stesi? Oppure qualcuno ha dimenticato di ritirarli e perché li ha dimenticati? Ma soprattutto, forse questa persona non tornerà piu perché è gia morta tanto tempo fa? Chi sa!? Voglio ricevere i vostri fantasiosi commenti!

P.s.: Le foto del viaggio vi trovate qui: http://picasaweb.google.de/schlora/Neapel


"Pack die Kamera weg, die klauen sie dir nur!" - Ein Trip nach Neapel


29. April
Sitzen mit überwiegend pensionierten Touristen in der Metrò del Mare, einer Fähre, die ab Neapel die Küste gen Süden abfährt. Ziel: Amalfi, der Reiseführer zitiert zur Beschreibung der eigentlich unbeschreiblichen Schönheit Renato Fucini: "Der Tag des jüngsgten Gerichts wird für die Bewohner von Amalfi, die das Paradies erblicken werden, ein Tag wie jeder andere sein."

Je mehr Städtreisen ich mache, desto deutlicher merke ich, dass mir das Abklappern von Sehenswürdigkeiten immer weniger taugt. In jeder Kirche kann man Münzen einwerfen, die eine elektrische Kerze anzünden - Flackereffekt mit inbegriffen. Man läuft sich die Füße wund, weil man DAS ja auch noch gesehen haben muss. Was ich gestern so cool fand, war einfach nur durch die Gassen Neapels zu schlendern, das Alltagstreiben der Bewohner zu beobachten, den kickenden Jungs zwischen den Häuserschluchten den Ball zurück zu spielen, mit der Mamma und ihren beiden Töchtern, am Straßenrand einen Plausch halten, während sie auf einem Biertisch vor ihrem Laden eine kleine Straßenküche aufgebaut haben. Es gibt nur ein Gericht, das heute unter den weissen Sonnenschirmen zubereitet wird: Mit Ricotta, Speck und Tomatensoße gefüllte Pizza, ausgebacken in heißem Fett und unglaublich lecker. "Wir haben immer gedacht, Deutsche wären so kalt!", wundert sich die Mamma, "Aber ihr seit so herzlich!"
Auch das Frühstück heute morgen im Hotel war ein interessantes Erlebnis: Als wir kurz nach sieben in den Speiseraum kommen, ist so gut wie noch nichts vorbereitet. Der - nennen wir ihn Kellner - bestückt gerade das Buffet mit Scheiblettenkäse, klebrigwässigrigem Schinken, trockenem Toast und abgepackten Schockohörnchen: Das ist also das beschriebene "Internationales Frühstück". Nebenbei kuckt er im viel zu laut aufgedrehten Fernseher noch die Sportnachrichten, als ich ihn um einen Löffel bitte, ist er mit seinem Multitasking am Ende und winkt mich hinter den Tresen, wo ich mir den Löffel selbst aus der Schublade suchen darf. Der Latte Macchiato, den er uns bringt ist eindeutig ein Cappuccino, für einen Italiener ein folgenschweres Vegehen, das zu Verwechseln! Erst beim auschecken finden wir raus, warum wir den harten neapolitanischen Dialekt des Personals nie verstanden haben: Dass das Hotel wird von Russen betrieben.

Oh, wir sind da: Gerade legt die Fähre in Amalfi an: Buntgetünchte Häuser, ein schöner Dom und MASSEN an Touristen. Beim Aussteigen vergeht mir fast schon die Lust mich in die engen Gassen zu wagen. Terribile! Auch in Positano, unserem nächsten Ziel regierte der Tourismus. Alle (alle!) Läden, die es hier gab, waren ausschließlich aufs Souveniergeschäft aus. Sind also schnurstracks zum Strand vorgeprescht und haben dort in etwas entspannterer Atmosphäre die schöne Landschaft genossen.

Auf dem Heimweg im krass überfüllten Regionalbus ist dann mitten am gefährlichsten Eck der steien Küstenstrasse die Achse gebrochen und wir mussten die restlichen 2 Stunden nach Neapel heimtrampen.

Pompeij am nächsten Tag war unglaublich beeindruckend! Hätten wir da mal eine Exkursion mit Latein hingemacht, hätte ich mich bestimmt mehr für die römische Geschichte interessiert! Vor allem der "Garten der Flüchtenden" ist echt grausig: Hier sieht man die Abdrücke von Sterbenden, die vom Vesuv-Ausbruch überrascht wurden.

Entgegen aller Horrorgeschichten wurde keinem von uns was geklaut die drei Tage. Wie roh es aber normalerweise in Neapel zugehen muss, lässt sich aus dem Ruf des Entsetzens dreier verschiedener Einheimischer erkennen, die mir allesamt geraten haben: "Pack um himmelswillen die Kamera weg!", worauf ich leider nur antworten konnte, dass eine Kamera im Rucksack drin nicht ihrer eigentlichen Bestimmung entspricht :-)